PRAXISTEST: Wacom Cintiq Companion 256GB

Seit mehren Jahren benutze ich Stift-Tablets von der Firma Wacom um Bilder einfacher und realistischer als mit einer Maus bearbeiten zu können. Vor einigen Monaten hatte der führende Hersteller von Stift-Tablets zwei neue Produkte vorgestellt. Es sind dies das Cintiq Companion mit Windows 8 und das Cintiq Companion Hybrid mit Android. Mit diesen beiden Tablets kann man auf dem Display mit einem Stift direkt in dem Bild arbeiten, was ein noch realistischeres Arbeiten ermöglichen sollte. Dieses Konzept ist nicht neu und hatte Wacom bereits im Angebot. Neu ist aber, dass diese Tablets ein eigenes Betriebssystem besitzen, unter anderem eben in der Variante Windows 8 oder Android. Man kann also damit zum Beispiel auf dem Weg zur Arbeit wie mit jedem anderen Tablet seine Mails checken, Textdateien erstellen/bearbeiten etc. und nun aber auch noch seine Bilder bearbeiten. Dieses Konzept gefällt mir, hat man doch 4 Geräte in einem vereint, der PC, das Stifttablet, das Notebook und das Tablet. Auf diese Weise könnte man viel Geld sparen und man hat nicht die Dateien auf verschiedenen Geräten verteilt.

Aus diesem Grund habe ich mich dazu entschlossen, das Wacom Cintiq Companion in der Windows 8 Ausführung zu bestellen. Windows 8 deshalb, damit ich auch Adobe Lightroom und Adobe Photoshop installieren kann. Meine Erfahrungen mit diesem Tablet möchte ich euch in diesem Betrag schildern.

 

Bestellung bei Wacom

Das Cintiq Companion ist mit einer 256 GB oder mit einer 512 SSD Festplatte erhältlich. Ich habe mich für die 256 GB Version entschieden, da ich eh alle Daten auf externen Festplatten gespeichert habe und jeweils nur die Arbeitsdateien auf das Gerät lade. Leider bietet Wacom das Cintiq Companion nicht über den Fachhandel an, wozu ich gezwungen war, das Tablet direkt bei Wacom in Deutschland zu bestellen.
http://de.shop.wacom.eu/notify_cintiq_companion
Da Wacom ein 40-tägiges Rückgaberecht mit Geldrückgabe einräumt, hatte ich keine Bedenken das Cintiq Companion im Ausland zu bestellen. Der Bestellvorgang ist, wie heute bei den meisten Online-Shops üblich, keine grosse Sache. Produkt wählen, Adresse eingeben und mit PayPal oder Kreditkarte bezahlen und auf den Postboten warten, fertig. Da ich aus einem nicht EU-Land in Deutschland bestellte, konnte ich bei dem Produkt und den Versandkosten die 19% Mehrwertsteuer sparen, was ebenfalls gleich im Bestellvorgang abgezogen wurde. So verrechnete mir Wacom für das Cintiq Companion €1596.56 und für den Versand €16.81. Bezahlt hatte ich das ganze via PayPal.

Bereits 2 Tage nach der Bestellung hatte mir der UPS-Bote das Cintiq Companion an der Haustüre überbracht. Einige Tage später bekam ich dann noch vom Zoll eine Veranlagungsverfügung für die 8% MwSt., welche in der Schweiz zu entrichten sind. Zollabgaben für das Cintiq Companion selber sind keine entstanden. Anbei noch eine kleine Kostenzusammenstellung:

Fr. 2066.25 für das Cintiq Companion und Versandkosten (wurde meinem Bankkonto belastet)
Fr. 160.40 für die Schweizer Mehrwertsteuer (per Rechnung bezahlt)
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Fr. 2226.65 Total entstandene Kosten für das Cintiq Companion
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Zum Cintiq Companion

Zu erst erfolgte natürlich das Auspacken, wobei das Cintiq Companion wie von Wacom gewohnt, bis auf den Standfuss einen sehr wertigen und edlen Eindruck macht. Das Tablet ist sauber verarbeitet und erinnert keinesfalls an das Produktionsland China. Zuerst hatte ich das Display kalibriert, was meinem Datacolor Spyder 4 keinerlei Probleme bereitete. Danach brauchte ich ca. 4 Stunden, um das Cintiq Companion einzurichten (Mails, Programme etc.), dann konnte es endlich losgehen. Ich muss dazu sagen, dass ich beim Einrichten bei Windows 8 als ehemaliger Windows 7 und jetzt Apple-User doch einige Probleme hatte. Irgendwie konnte ich mich mit dem Benutzeroberfläche von Windows 8 nicht richtig anfreunden. Dank Google-Suche hatte ich jedoch für jedes Problem eine Lösung gefunden. Das Cintiq Companion kann Softwaremässig individuell angepasst und die Tasten nach Wunsch belegt werden.

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Dank dem Adobe Creative Cloud Abonnement konnte ich Lightroom, Photoshop etc. neben meinem Mac auch noch auf dem Cintiq Companion installieren. Es sind Total 2 Installationen erlaubt, wobei das Betriebssystem dank der Creative Cloud keine Rolle mehr spielt. Ein erheblicher Vorteil zur Mietversion gegenüber der Kaufversion, dies nur nebenbei erwähnt ; )

 

Technische Eigenschaften

Das Cintiq Companion läuft unter Windows 8 und verfügt über einen Intel Core Prozessor der dritten Generation und hat eine Intel HD 4000 Grafikkarte verbaut. Das Cintiq Companion ist in zwei Varianten erhältlich, mit einem 8 GB Arbeitsspeicher und einem 256 GB Festspeicher (SSD) und Windows 8 Betriebssystem, sowie mit 8GB Arbeitsspeicher, 512 GB SSD und dem Betriebssystem Windows 8 Pro.

 

Meine Erfahrungen

Das Cintiq Companion hatte ich ungefähr 30 Tage getestet und bin zum Schluss gekommen, dass es nicht in meinen Apple-lastigen Workflow passt. Ebenfalls hatte ich immer noch Probleme, mich in der Windows 8 Umgebung zurecht zu finden und musste mich fast täglich mit irgendwelchen Updates herum schlagen. Anbei habe ich noch ein paar weitere Pro/Kontras aufgelistet:

+ 4 Geräte in einem (mobiler Mehrzweck-Arbeitsplatz)
+ Edel und sauber verarbeitet
+ Sehr gute Display-Auflösung
+ Zeichnen mit Lineal und Schablone möglich
+ Arbeitet auch mit Photoshop schnell
+ USB Anschlüsse und SD-Kartenslot
+ Multitouch-Steuerung
+ 2048 Druckstufen und Neigungssensitivität

– Sound-Qualität nicht gerade hervorragend
– Kamera nur bei heller Umgebung zu gebrauchen
– Schrift manchmal etwas klein und kaum zu lesen
– Lautes Lüftergeräusch
– Standfuss (Damit bin ich überhaupt nicht klar gekommen)
– Gewicht an der oberen Grenze
– Stifteingabe in den äusseren Ecken ungenau
– 8GB Arbeitsspeicher, 16GB wäre besser
– Am oberen Preislimit

 

Fazit

Wie bereits erwähnt, bin ich mit der Windows-Oberfläche nicht klar gekommen, weshalb ich das Tablet nach der Testphase wieder verkauft habe. Wäre das Cintiq Companion in einer Mac OS Variante und mit 16GB Arbeitsspeicher erhältlich, würde ich vermutlich mein MacBook Air und das iPad gegen das mobile Cintiq Companion tauschen. Das Cintiq Companion eignet sich vor allem für Designer und Freihand-Zeichner, welche unterwegs auf einen digitalen Zeichenblock und die Vorteile eines Tablets nicht verzichten möchten. Für die Fotobearbeitung empfand ich das Cintiq Companion nur als Notlösung geeignet, falls mal kein PC/Mac zur Verfügung stehen sollte. Besonders praktisch empfand ich jedoch, dass per Tether-Aufnahmen auch bei Aussenaufnahmen die Bilder aus der Kamera direkt in Lightroom geladen werden konnte, ohne ein Notebook mitschleppen zu müssen.

Das Cintiq Companion kostete bei Produkteinführung 1899,90 Euro (256 GB Version) und 2399,90 Euro (512 GB Version). Das Cintiq Companion Hybrid kostete 1399,90 Euro (16 GB) und 1499,90 (32 GB).

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